Asta: 500 / Evening Sale del 17 luglio 2020 a Monaco di Baviera Lot 224

 
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Gerhard Richter
Vorhang, 2011/12.
Pigment print
Stima: € 80,000 / $ 91,200
+
Descrizione oggetto
Vorhang. 2011/12.
Digitaler Pigmentdruck im Diasec-Verfahren auf Aluminium montiert.
Butin 153. Verso auf der Rückwand signiert und nummeriert. Auf dem Editionsetikett typografisch mit dem Künstlernamen, der Datierung und Betitelung sowie den Angaben zu Auflage, Maßen und Technik bezeichnet. Aus einer Auflage von nur 25 Exemplaren. Auf Velin. 205,5 x 195 cm (80,9 x 76,7 in), blattgroß.
Gedruckt bei Grieger, Düsseldorf. Die Edition "Vorhang" basiert auf einer Fotografie von Gerhard Richters Ölgemälde "Vorhang III (hell)" (1965, Nationalgalerie, Berlin, WVZ Elger 56).

• Eines von nur 25 Exemplaren.
• Maßstabsgetreue Edition des Gemäldes "Vorhang III (hell)" von 1965, das zu Richters Werkkomplex der Fotobilder, unscharfen Gemälden nach Fotografien, zählt.
• Beeindruckende Wirkung aufgrund des monumentalen Formats.
• Das Ölgemälde "Vorhang III (hell)" befindet sich in der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin.
• Gerhard Richter gehört seit mehreren Jahren zu den einflussreichsten lebenden Künstlern
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Deutschland.

AUSSTELLUNG: (wohl jeweils ein anderes Exemplar)
Gerhard Richter. Beirut, Beirut Art Center, Beirut, 27.4.-16.6.2012.
Gerhard Richter. Edizioni 1965-2012 dalla Collezione Olbricht, Fondazione Sandretto Re Rebaudengo, Turin, 31.1.-21.4.2013.
Gerhard Richter. Die Kunst im Plural, K20 Grabbeplatz, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, 15.2.-9.3.2014.
Architekt - Busdriver - Zwei Brücken. 20 Jahre Gesellschaft für Moderne Kunst in Dresden, Kunsthalle im Lipsiusbau, Staatliche Kunstsammlungen, Dresden, 30.8.-2.11.2014.
Gerhard Richter. Die Editionen, Folkwang Museum, Essen, 7.4.-30.7.2017.

Aufrufzeit: 17.07.2020 - ca. 17.42 h +/- 20 Min.

Essay
Bereits in den frühen 1960er Jahren beginnt Gerhard Richter, Fotografien aus Zeitschriften und Magazinen und später auch eigene Fotografien als Vorlage für seine malerischen Arbeiten zu nutzen. "Ich benutze die Fotografie wie Rembrandt die Zeichnung oder Vermeer die camera obscura zu einem Bild", sagt er später selbst (Gerhard Richter, Notizen 1964-1965, zit. nach: Dietmar Elger und Hans Ulrich Obrist (Hrsg.), Gerhard Richter. Text 1961 bis 2007, Köln 2008, S. 30). So malt auch Richter die Motive nicht realitätsgetreu ab, sondern verändert sie, indem er sie vergrößert, verfremdet, verwischend in die Unschärfe überführt und ihnen meist jegliche Farbigkeit entzieht. In auf das Wesentliche reduziertem Grau-Weiß werden Abbildungen banaler Alltagsgegenstände auf die Leinwand gebannt, bspw. ein Vorhang, ein Tisch oder ein Wäschetrockner, später entstehen dann Abmalungen von Fotografien zeitgeschichtlich bedeutender Personen und Ereignisse, von Menschen aus Richters Umfeld und aus seiner Vergangenheit. Nicht nur das unserer hier angebotenen Edition zugrunde liegende Gemälde "Vorhang III (hell)" (1965, Nationalgalerie, Berlin, WVZ Elger 56), sondern auch das Gemälde "Christiane und Kerstin" (1968), das wir ebenfalls in unserem Evening Sale am 17. Juli anbieten, ist dieser Werkphase zuzuordnen. Während eine Fotografie von einer bestimmten Begebenheit berichtet und diese festhalten soll, kommt dem appropriierenden Abmalen als handwerklichem und künstlerischem Prozess in Richters Augen eine besondere Bedeutung zu: "Weil es sehr schwierig ist, das Foto einfach durch Deklaration zum Bild zu machen, muss ich es abmalen. [..] Vielleicht ist es altmodisch, so zu denken. Aber es reizt mich, ein Foto, das mir in die Hände fällt, auf diese Weise zu bewältigen." (ebd., S. 30f.). Das Verwischen des ursprünglichen, realistischen Motivs ist dabei das essenzielle Moment seines Schaffens: "Dass ich verwische, ist das Wichtigste. [..] Die fließenden Übergänge, die egalisierende Oberfläche, verdeutlichen den Inhalt und machen die Darstellung glaubhaft (eine pastose Prima-Malerei würde zu sehr an Malerei erinnern und die Illusion zerstören). [..] Ich wische vielleicht auch das Zuviel an wichtiger Information aus. Ich bin ein Surrealist." (ebd., S. 33).
Das hier angebotene Werk zeigt außerdem, auf welche Weise sich der Künstler eine Fülle verschiedenster künstlerischer Techniken zu eigen macht: Die Edition, herausgegeben vom Verein der Freunde der Nationalgalerie, Berlin, entsteht auf Basis einer Fotografie des bereits genannten Ölgemäldes des Künstlers "Vorhang III (hell)" (1965, Nationalgalerie, Berlin), das wiederum auf einer Fotografie des dargestellten Vorhangs basiert. Einmal mehr wird deutlich, welch bedeutende Rolle der Fotografie innerhalb Richters Œuvre zukommt. Als Jugendlicher und junger Mann fotografiert Richter selbst sehr viel und ist zudem mit einem Fotografen befreundet, der ihm technisches Wissen und einige handwerkliche Kniffe vermittelt. Eine Zeit lang arbeitet der Künstler zudem als Fotolaborant. Die Massen von Fotos, die täglich durchs Entwicklerbad gingen, hätten vielleicht einen anhaltenden Schock bewirkt, sagt Richter später. Vielleicht spielt die Fotografie in seinem künstlerischen Schaffen auch deshalb eine so bedeutende Rolle, und vielleicht versucht Richter auch deshalb, die Fotografie eines eigentlich kurzlebigen Abbilds mithilfe seiner Malerei mit einer Gültigkeit zu belegen, ihr etwas Langlebiges, auf die Ewigkeit Ausgelegtes beizufügen. Aufgrund ebendieser interessanten Gegensätzlichkeit erhält die Darstellung schließlich ein gewisses Maß an Absurdität, welche zusammen mit der so einnehmenden optischen Illusion einmal mehr beweist, dass Richter auch ohne die für ihn sonst so typische Fülle an Farben eine beeindruckende Bildwirkung hervorzubringen vermag. [CH]
 


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